Geschichte

Geschichte

Die Gemeinde Birgland

Gemeinde Birgland Wappen

Die Gemeinde Birgland wurde 1972 im Rahmen der Gebietsreform aus den bis zu diesem Zeitpunkt selbständigen Gemeinden Schwend, Poppberg, Eckeltshof, Fürnried, Frechetsfeld und ab 1978 Sunzendorf und deren zugehörigen Dörfern gebildet. Mit einer Einwohnerzahl von ca. 1900 Einwohnern und einer Fläche von ca. 62 Quadratkilometern ist sie eine der am dünnsten  besiedelten Gemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Für die neue Gemeinde wurde ein Wappen in Rot entworfen, das über einem grünen Fünfberg eine silberne Quadermauer mit zwei Zinnen, darüber zwei silberne heraldische Lilien zeigt. Der Fünfberg steht dabei für die ursprünglich fünf Gemeinden der neu gebildeten Gemeinde Birgland. Die zwei Lilien erinnern an die alte Herrschaft der Grafen von Sulzbach, auf die auch die Burgen im Gemeindegebiet, Lichtenegg und Poppberg, zurückgehen. Die Zinnenmauer ist dem Familienwappen der Grafen von Preysing entliehen, die von 1580 bis 1759 als Hofmarksherren auf der Burg Lichtenegg saßen.

Geschichtliches aus den Ursprungsgemeinden

Fürnried

Das mehrfach preisgekrönte Pfarrdorf Fürnried wurde erstmalig als „forha“ (Föhre) erwähnt. Durch das erste bayerische Gemeindeedikt wurde Fürnried 1808 zum Steuerdistrikt, durch das zweite bayerische Gemeindeedikt 1818 eine eigenständige politische Gemeinde. Am 1. Juli 1972 wurde Fürnried nach Birgland eingemeindet.

Mittelpunkt des Ortes ist die St. Willibald Kirche. Ihre Anfänge gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Damals wurde sie nur 17 Schuh breit gebaut. Im 18. Jahrhundert wurde sie im barock-klassizistischen Stil ausgebaut, dabei blieb der romanische Turm erhalten.

In den letzten Jahrzehnten erzielte Fürnried beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mehrfach Auszeichnungen. 1974/1975 errang man beim Bezirksentscheid Gold und beim Landesentscheid Silber. Dieses Ergebnis konnte 1976/1977 mit Gold beim Landesentscheid und Silber beim Bundesentscheid noch übertroffen werden. 1986 wurde man auf Bezirksebene mit Silber ausgezeichnet. 2009 schließlich erreichte man Gold beim Bezirksentscheid und Silber beim Landesentscheid.

Schwend

Das Kirchdorf Schwend, urkundlich im 12. Jahrhundert als „Svannes“ erstmals erwähnt, blickt auf eine sehr alte Besiedelungsgeschichte zurück, wie zahlreiche Funde belegen. Im Waldgebiet östlich von Schwend ist sehr schön ein Hügelgräberfeld aus der Bronzezeit mit den typischen Einbuchtungen erkennbar. Ein Modell dieses Feldes befindet sich heute in der Archäologischen Staatssammlung München.

Im Mittelalter erlebte es eine bewegte Geschichte unter verschiedenen Herrschern, bis es 1818 eine eigenständige Gemeinde wurde. Aus der neuesten Zeit stammt die 1952 eingeweihte Christuskirche in Schwend. Die Ausmalung im Innenbereich, gestaltet von Kunstmaler Weist aus Burglengenfeld zeigt die gesamte Heilsgeschichte.

Lichtenegg

1626 baute Johann (Hans) Philipp Jakob von Preysing unterhalb der Burg im heutigen Dorf ein Herrenhaus und zusätzlich fünf Häuschen für seine Untertanen. Er wird als der Gründer des Ortes Lichtenegg angesehen. Die herrschaftlichen Gebäude im Dorf, also den Schlosshof mit dem dazugehörigen Herrenhaus, erwarben die Bauern Scharrer und Mörtel in den Jahren 1715 bzw. 1733. Von nun an wurde Lichtenegg von den landesfürstlichen Beamten in Sulzbach und Amberg (und später in Regensburg) regiert.

Über dem Dorf thront die malerisch gelegene Burgruine Lichtenegg. Keramische Funde und ein Steinwall deuten auf eine Besiedelung der Befestigungsanlage bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. hin. Urkundlich werden als erste Burgherren um 1050 die Grafen von Sulzbach erwähnt.

Woppenthal

Das Peterloch bei Woppenthal ist eine natürlich entstandene Karsthöhle. Im Höhlenkataster Fränkische Alb (HFA) ist die Höhle als E 7 registriert. In der Höhle wurden zahlreiche vorgeschichtliche Funde gemacht, sie ist deshalb als Bodendenkmal geschützt.

Wurmrausch

1043 wird Wurmrausch als „Wermerischa“ urkundlich erwähnt.

Leinhof

Leinhof, 1120 zum ersten Mal als „Lininhof“ erwähnt, war ein Lehen des Klosters Kastl und blieb daher im ansonsten protestantischen Birgland katholisch. Bereits im 19. Jahrhundert wird am Preisselhof im Leinhof eine zum Hof gehörige Privatkapelle erwähnt (Größe 4 x 4m). Sie wurde abgerissen, nachdem die Besitzer des Preisselhofes 1925 links neben der Kapelle eine kleine Kirche erbauten.

Betzenberg

Betzenberg gehörte zum Kloster Kastl und wurde im Jahr 1102 als „Pezenberch“ erwähnt. Über viele Jahrhunderte blieb es mit sechs Anwesen immer ein sehr kleiner Ort, bis nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sich immer mehr Menschen dort niederließen, und es heute über 40 Anwesen zählt.

Fotos auf dieser Seite Heidi Kurz und Inge Steiner